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Erfahrungen einer Familie mit Lehmputz

Wir haben eine dreiköpfige Familie (Eltern und Sohn im Kindergartenalter) zu ihren Erfahrungen mit ökologischen Baumaterialien befragt.

Die Familie wohnt in einem alten Einfamilienhaus südlich von Wien. Sie sind 2010 in dieses Haus eingezogen, das Ende der 1950er Jahre gebaut wurde. Es soll der Familie nur vorübergehend als Wohnsitz dienen. Sie wollen ihr eigenes Traumhaus samt Garten im mittleren Burgenland verwirklichen.

Die eher schlechte Bausubstanz ihres jetzigen Hauses und ein fühlbar ungünstiges Raumklima hat die Familie aber dazu bewogen, zumindest den Schlafbereich durch Lehmputz gesund zu gestalten. Dazu beigetragen hat sicher auch der Beruf des Familienvaters: Martin ist Fotograf und dokumentiert seit Beginn an unsere KARDEA-Projekte. Wie viele unserer BesucherInnen hat es auch ihn bei seinem ersten Besuch im KARDEA-Haus „erwischt“: Der Duft nach Holz, Wald, Natur haben ihn schon beim Eintreten überzeugt. Und nach oft stundenlangen Fotoaufnahmen war es vor allem das spürbar gesunde Innenraumklima, das Martin fasziniert hat.

Lesen Sie dazu mehr im folgenden Kurzinterview!

Was hat euch bewogen, Lehmputz im Inneren zu verwenden?

Für uns waren tatsächlich zwei Beweggründe ausschlaggebend: Das grundsätzlich schlechte Raumklima, das sicher durch die mindere Bausubstanz und wahrscheinlich auch durch die verwendeten, oft günstigen Materialien hervorgerufen wurde, war im gesamten Haus spürbar. Besonders im Schlafzimmer, das wir uns auch mit unserem kleinen Sohn teilen. Das hat uns wirklich Kopfzerbrechen bereitet! Schon bevor wir uns näher mit ökologischen Bauweisen auseinandergesetzt haben, war für uns klar, dass wir hier etwas verbessern wollen.

Und dann war ich im KARDEA-Haus zum Fotografieren. Immer wieder, mal alleine und dann wieder bei größeren Veranstaltungen. Und egal wie viele Leute sich in den Innenräumen befunden haben oder wie heiß es auch draußen war, die Luft wurde nie stickig oder roch „abgestanden“. Im Musterhaus war auch immer ein CO2-Messgerät angeschlossen, das gezeigt hat, wie belastet die Innenluft ist. Nach dem Ampelsystem von grün bis rot. Es kam selten in den gelben Bereich! Da haben wir begonnen, uns näher mit den Möglichkeiten auseinanderzusetzen, die sich uns bieten.

Wo habt ihr euch darüber informiert?

Das war ganz einfach! Selbstverständlich habe ich viel während meiner Fotoarbeiten „aufgeschnappt“, mitgehört und dann hinterfragt. Bei den KARDEA-Partnern genauso wie bei den ausübenden Facharbeitern, den Maurern, den Zimmerleuten u.a. Ich habe das Aufstellen der Holzelemente ebenso bildlich festgehalten wie das Einbringen des Strohs als Dämmung, das Mischen der Lehmfarben und den Lehmputz selbst. Da habe ich schon einen sehr guten Einblick bekommen, um den mich sicher mancher Bauherr beneiden würde. Und zuhause habe ich dann meiner Frau vorgeschwärmt und ihr die Fotos gezeigt.

Hat sich euer Schlafverhalten geändert?

Es hat sich das Schlaf-, aber vor allem unser Wohnverhalten geändert! Wir verbringen seither viel mehr Zeit im Schlafzimmer. Schon nach dem Abendessen wandern wir alle ins Schlafzimmer, wo getratscht und gelesen wird und manchmal auch noch ein bisschen gespielt wird. Im Wohnzimmer sind wir abends so gut wie nicht mehr anzutreffen.

Gleichzeitig mit dem Lehmputz haben wir noch weitere Maßnahmen getroffen, die unser Wohlbefinden weiter gesteigert haben: Wir haben die Gipskarton-Zwischendecke entfernt , den Laminatboden gegen Holzparkett  und das lackierte Bett gegen ein geöltes Vollholz-Bett mit Naturlatex-Matratzen getauscht. Wir fühlen uns alle sichtbar wohl und sind am Morgen richtig gut ausgeschlafen!

 

Werdet ihr weitere Räume mit Lehm verputzen oder auch weitere Naturbaustoffe wie z.B. Dämmmaterial verwenden?

Sollten wir doch in diesem Haus bleiben, werden wir auf jeden Fall in weiteren Räumen Lehmputz verwenden und Vollholzböden verlegen. Dann wird aber sicher auch die Dämmung das nächste Thema, das wir andenken müssen. Mit natürlichen Dämmmaterialien haben wir uns aber wegen des eigentlich geplanten Umzugs noch nicht näher beschäftigt. Aber wir wissen ja, wer uns diesbezüglich gerne informiert!

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